PRP- und ACP-Eigenbluttherapie in Essen
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PRP- und ACP-Eigenbluttherapie sind Behandlungen mit aufbereiteten Bestandteilen des eigenen Blutes. Sie können bei ausgewählten Patientinnen und Patienten Schmerzen und Reizzustände bei Arthrose lindern oder die Heilung bestimmter Sehnenbeschwerden unterstützen. In der Praxis Dr. Marks & Team setzen wir Eigenbluttherapien nach genauer orthopädischer Diagnostik ein – unter anderem bei Beschwerden an Knie, Hüfte und Schulter sowie bei ausgewählten Sehnen- und Sehnenansatzerkrankungen.
Die Behandlung kann geschädigten Knorpel nicht verlässlich wiederherstellen und bietet keine Erfolgsgarantie. Ziel ist eine möglichst nachhaltige Besserung von Schmerz, Beweglichkeit und Belastbarkeit als Teil eines individuellen konservativen Behandlungskonzepts.
Was bedeuten PRP und ACP
PRP steht für plättchenreiches Plasma. Dafür wird eine kleine Menge Blut entnommen und unmittelbar in der Praxis zentrifugiert. So entsteht ein Plasmaanteil mit konzentrierten Blutplättchen. Diese enthalten Botenstoffe und Wachstumsfaktoren, die körpereigene Reparatur- und Regulationsprozesse beeinflussen können.
ACP bedeutet autolog konditioniertes Plasma und bezeichnet eine standardisierte, meist leukozytenarme Form eines Eigenblutpräparats. PRP ist der übergeordnete Begriff; die genaue Zusammensetzung kann je nach System und Behandlungsziel variieren. Welches Präparat sinnvoll ist, entscheiden wir anhand der Diagnose, des betroffenen Gewebes und des bisherigen Krankheitsverlaufs.
Bei welchen Beschwerden kommt die Behandlung infrage
Eine PRP- oder ACP-Behandlung kann insbesondere bei folgenden Befunden erwogen werden:
- Kniearthrose: Hier ist die wissenschaftliche Datenlage am umfangreichsten. Besonders bei leichter bis mittelgradiger Arthrose kann eine symptomatische Behandlung sinnvoll sein. Bei weit fortgeschrittener Arthrose sind die Erfolgsaussichten häufig geringer und müssen realistisch besprochen werden.
- Hüftarthrose: Auch bei einer Hüftarthrose kann PRP im Einzelfall zur Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung eingesetzt werden. Die Evidenz ist weniger umfangreich als für das Knie; die Auswahl geeigneter Patientinnen und Patienten ist deshalb besonders wichtig.
- Schulterarthrose: Bei Arthrose des Schultergelenks stehen erste kontrollierte Studien zur Verfügung. Die Behandlung ist eine individuelle Option, wenn konservative Basismaßnahmen allein nicht ausreichen.
- Sehnenbeschwerden: Je nach Befund kann PRP oder ACP unter anderem bei Beschwerden der Rotatorenmanschette, am Tennisellenbogen, an Patellar- oder Achillessehne sowie an der Plantarfaszie erwogen werden. Die Studienlage unterscheidet sich deutlich zwischen den einzelnen Diagnosen.
- Ausgewählte Teilverletzungen: Bei bestimmten Muskel- oder Sehnenteilrupturen kann eine Eigenbluttherapie ergänzend zu einem strukturierten Rehabilitationsprogramm besprochen werden. Sie ersetzt weder die genaue Bildgebung noch ein angepasstes Belastungsmanagement.
Warum wir Injektionen bildgesteuert durchführen
Das Eigenblutpräparat soll möglichst genau an der erkrankten Struktur oder im betroffenen Gelenk ankommen. Deshalb wählen wir die Bildgebung passend zum anatomischen Ziel. Gut zugängliche Gelenke und Sehnen können in vielen Fällen sonografisch kontrolliert behandelt werden. Der Ultraschall erlaubt dabei die direkte Darstellung von Sehnen, Gelenkkapsel, Ergüssen und der Nadelposition – ohne Röntgenstrahlung.
Bei tief liegenden Gelenken, insbesondere am Hüftgelenk, kann eine Kontrolle unter Röntgendurchleuchtung mit dem C-Bogen sinnvoll sein. Eine geringe Menge Kontrastmittel bestätigt zunächst die korrekte Lage der Nadel im Gelenk; anschließend wird das Eigenblutpräparat appliziert. Nicht jede PRP- oder ACP-Behandlung benötigt einen C-Bogen. Das Verfahren wird individuell nach Zielstruktur und medizinischer Notwendigkeit ausgewählt.
So läuft die Eigenbluttherapie ab
- Untersuchung und Indikationsprüfung: Wir gleichen Beschwerden, klinischen Befund und vorhandene Bildgebung ab. Falls nötig, ergänzen wir Ultraschall, Röntgen oder weitere Diagnostik.
- Blutentnahme und Aufbereitung: Eine kleine Menge patienteneigenen Blutes wird unter hygienischen Bedingungen entnommen und unmittelbar zentrifugiert.
- Gezielte Injektion: Das gewonnene Präparat wird nach sorgfältiger Hautdesinfektion in das Gelenk oder an die betroffene Struktur injiziert – je nach Ziel unter Ultraschall- oder C-Bogen-Kontrolle.
- Nachbehandlung: Die Belastung wird für kurze Zeit angepasst. Anschließend folgt je nach Diagnose ein abgestimmtes Übungs-, Physiotherapie- oder Belastungsprogramm.
Die Zahl und der Abstand der Behandlungen werden nicht pauschal festgelegt. Je nach Diagnose, Arthrosegrad, Gewebe und Verlauf kann eine einzelne Behandlung ausreichen oder eine kleine Behandlungsserie sinnvoll sein.
Wann ist mit einer Wirkung zu rechnen
PRP und ACP sind keine schnell wirkenden Schmerzmittel. Eine Veränderung wird häufig erst nach mehreren Tagen oder Wochen wahrgenommen. Vorübergehend können Druckschmerz, Reizung oder Schwellung zunehmen. Der weitere Verlauf wird anhand von Schmerz, Funktion und Belastbarkeit beurteilt.
Grenzen und mögliche Risiken
Da körpereigenes Material verwendet wird, sind allergische Reaktionen auf das Präparat selten. Die allgemeinen Risiken einer Injektion bleiben dennoch bestehen. Dazu gehören insbesondere vorübergehende Schmerzen, Bluterguss, Reizung, Blutung und eine seltene Infektion. Bei C-Bogen-Kontrolle kommen eine geringe Strahlenexposition und – sofern verwendet – mögliche Reaktionen auf Kontrastmittel hinzu.
Akute Infektionen, Fieber, bestimmte Blut- oder Gerinnungsstörungen sowie einzelne Medikamente können gegen eine Behandlung sprechen oder eine Anpassung erfordern. Blutverdünnende und entzündungshemmende Medikamente dürfen nicht eigenständig abgesetzt werden. Wir besprechen das Vorgehen vor der Behandlung individuell.
Kosten und Erstattung
PRP- und ACP-Behandlungen gehören in der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel nicht zur regulären Versorgung. Privatversicherungen und Beihilfestellen entscheiden abhängig vom individuellen Tarif. Vor einer Behandlung informieren wir transparent über die voraussichtlichen Kosten; auf Wunsch kann ein Kostenvoranschlag zur Prüfung eingereicht werden.
Termin zur individuellen Beratung
Ob eine Eigenbluttherapie sinnvoll ist und welches Verfahren infrage kommt, lässt sich erst nach Untersuchung und Einordnung der Bildgebung beurteilen. Vereinbaren Sie dafür einen Termin in der Praxis Dr. Marks & Team. Bitte beachten Sie die Anschrift in Ihrer Terminbestätigung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen PRP und ACP?
PRP ist der Oberbegriff für plättchenreiches Plasma. ACP ist eine standardisierte, meist leukozytenarme Form eines Eigenblutpräparats. Welches Präparat eingesetzt wird, hängt von Diagnose, Zielgewebe und Behandlungskonzept ab.
Bei welchen Gelenken kann PRP eingesetzt werden?
Am besten untersucht ist PRP bei Kniearthrose. Eine Behandlung kann außerdem bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit Hüft- oder Schulterarthrose erwogen werden. Die wissenschaftliche Sicherheit ist dort geringer, weshalb eine besonders sorgfältige Indikationsstellung erforderlich ist.
Kann PRP zerstörten Knorpel wieder aufbauen?
Ein verlässlicher Wiederaufbau bereits zerstörten Gelenkknorpels ist durch PRP nicht belegt. Ziel der Behandlung ist eine mögliche Verbesserung von Schmerz, Entzündungsaktivität und Gelenkfunktion.
Hilft Eigenblut auch bei Sehnenbeschwerden?
Bei einzelnen Sehnenerkrankungen zeigen Studien mögliche Vorteile, bei anderen sind die Ergebnisse uneinheitlich. Entscheidend sind die genaue Diagnose, die richtige Zielstruktur und ein begleitendes Belastungs- und Trainingsprogramm.
Warum wird die Injektion unter Ultraschall oder C-Bogen durchgeführt?
Die Bildgebung erhöht die Sicherheit, dass das Präparat an der vorgesehenen Struktur ankommt. Ultraschall eignet sich für viele Gelenke und Sehnen. Bei tief liegenden Gelenken wie der Hüfte kann eine C-Bogen-Kontrolle mit Kontrastmitteldarstellung sinnvoll sein.
Wie viele Behandlungen sind notwendig?
Dafür gibt es keine einheitliche Zahl. Je nach Diagnose und Verlauf kann eine einzelne Injektion ausreichen oder eine Serie sinnvoll sein. Eine Fortsetzung erfolgt nur, wenn Indikation und bisheriger Verlauf dafür sprechen.
Wann darf ich wieder Sport treiben?
Die Belastung wird für kurze Zeit reduziert und anschließend schrittweise gesteigert. Der genaue Plan richtet sich nach behandeltem Gelenk oder Gewebe und wird individuell festgelegt.
Kann PRP mit Hyaluronsäure kombiniert werden?
Bei Kniearthrose kann eine Kombination oder gestufte Anwendung im Einzelfall erwogen werden. Ob dies sinnvoll ist, hängt von Arthrosegrad, Reizzustand, bisherigen Therapien und Behandlungsziel ab.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen PRP oder ACP in der Regel nicht als Standardleistung. Bei Privatversicherungen und Beihilfe hängt die Erstattung vom Tarif und der individuellen Prüfung ab.
Wissenschaftliche Quellen
- S3-Leitlinie zur Gonarthrose: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.: Prävention und Therapie der Gonarthrose. Version 5.0, 15.07.2024. AWMF-Registernummer 187-050.
- PRP bei Kniearthrose – ESSKA-ICRS-Konsensus: Kon E et al.: Platelet-rich plasma injections for the management of knee osteoarthritis: The ESSKA-ICRS consensus.Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy. 2024. DOI: 10.1002/ksa.12320.
- PRP bei Kniearthrose – ESSKA-ORBIT-Konsensus: Laver L et al.: The use of injectable orthobiologics for knee osteoarthritis: A European ESSKA-ORBIT consensus. Part 1 – Blood-derived products (platelet-rich plasma). Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy. 2024;32(4):783–797. DOI: 10.1002/ksa.12077.
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- PRP bei Hüftarthrose: Almutairi AN, Alazzeh MS: Efficacy and Safety of Platelet-Rich Plasma Intra-articular Injections in Hip Osteoarthritis: A Systematic Review of Randomized Clinical Trials. Cureus. 2024;16(10). DOI: 10.7759/cureus.72057.
- PRP bei Schulterarthrose: Kirschner JS et al.: Efficacy of Ultrasound-Guided Glenohumeral Joint Injections of Leukocyte-Poor Platelet-Rich Plasma Versus Hyaluronic Acid in the Treatment of Glenohumeral Osteoarthritis. Clinical Journal of Sport Medicine. 2022;32(6):558–566. DOI: 10.1097/JSM.0000000000001029.
- PRP bei Sehnenbeschwerden: Masiello F et al.: Ultrasound-guided injection of platelet-rich plasma for tendinopathies: a systematic review and meta-analysis. Blood Transfusion. 2023;21(2):119–136. DOI: 10.2450/2022.0087-22.
- Genauigkeit bildgesteuerter Hüftinjektionen: Hoeber S et al.: Ultrasound-guided hip joint injections are more accurate than landmark-guided injections: a systematic review and meta-analysis. British Journal of Sports Medicine. 2016;50(7):392–396. DOI: 10.1136/bjsports-2014-094570.